Deutschland » Allergien verstehen » Allergisches Asthma » Diagnose

Diagnose

Zeigt eine Person charakteristische Asthmasymptome, muss allergologisch die Ursache geklärt werden. Diese Diagnose kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durch einen Allergologen oder Pulmologen erfolgen.

Die unterschiedlichen Stufen der Allergie-Diagnostik

Das Arzt-Patienten-Gespräch

Das Gespräch zwischen Arzt und Patient ist der erste Schritt in der Diagnose. In diesem Gespräch versucht der Allergologe die Existenz einer Allergie festzustellen und erstellt zeitgleich eine Liste mit Allergenen, die für die beobachteten Beschwerden verantwortlich sein können.

Zu den Hauptgesprächsbereichen gehören:

  • Symptom-Historie (Wann traten die Symptome erstmals auf; Was für Symptome waren es; Zu welchen Zeiten traten diese auf und wurden auslösende Faktoren evtl. bereits identifiziert)
       
  • „allergische“ Familien-Historie (Gibt es enge Verwandte, die unter einer Allergie leiden) oder trat beim Patient schon zuvor einmal eine Allergie auf (z. B. in der Kindheit)
       
  • Das allgemeine Umfeld des Patienten (Lebens- und Arbeitsumstände sowie das Klima)
       
  • Angaben zum Lebensstil und Gewohnheiten (Wohnung, Arbeitsplatz, Haustiere und Essgewohnheiten)
      
  • Aktivitäten (Beruf, Hobbies)

Es können mehrere Gespräche nötig sein, um alle relevanten Informationen zu sammeln.
 

Körperliche Untersuchung

Neben einer allgemeinen Untersuchung (Gewicht, Blutdruck, etc.), prüft der Allergologe im Detail jene Organe, an denen sich allergische Symptome meist abzeichnen (Haut, Lunge, Nase und Bronchien). Dies ermöglicht dem Allergologen, die Auswirkungen der Allergie zu bewerten und eventuell weitere Tests einzuleiten, die über die allergologische Untersuchung hinaus gehen können (z. B. Lungenfunktionstests bei Asthma).

Lungenfunktionstest

Der Lungenfunktionstest ist unerlässlich, um eine Atemwegsstörung festzustellen. Durch Messung von Lungenvolumen, Flussgeschwindigkeit und Widerstand kann festgestellt werden, ob die Atmung ungestört abläuft.
 

Peak-Flow-Meter

Dieses Asthma-Messinstrument wird zu Hause vom Patienten oder beim Arzt eingesetzt. So wird der Peak-Flow (PF; Geschwindigkeit des Ausatmens) in Litern pro Minute gemessen. Mit dem Peak-Flow-Meter lässt sich sehr gut die Entwicklung des Asthmas festhalten und kann so Aussagen zur Stabilität der Erkrankung geben.
  
ACHTUNG: Bitte konsultieren Sie umgehend Ihren Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme, wenn der PF sehr niedrig ist.

Das Peak-Flow Ampel-Schema


PEF-Wert: < 50% des Bestwertes trotz Inhalation

   - Nofallmedikamente
   - Notarzt

 
 PEF-Wert: 50 - 80% des persönlichen Bestwertes
  Verstärkte bronchiale Entzündung / Krampfbereitschaft 
   - Tägliche Medikation nicht ausreichend
   - Anpassung / Arzttermin
 
 PEF-Wert: > 80% des persönlichen Bestwertes

   - Asthma gut eingestellt
   - Wenig Bedarfsmedikation
 


Hauttest (Prick-Test)

Anhand des Gesprächs und der körperlichen Untersuchung, kann der Allergologe die Liste der möglichen allergieauslösenden Allergene für den Hauttest, auch Prick-Test genannt, eingrenzen.
  
Beim Hauttest wird auf einem kleinen Hautareal versucht, eine „allergische Sofortreaktion“ hervorzurufen. Bei einer Sofortreaktion ist kurz nach dem Kontakt mit dem Allergen eine Reaktion zu erkennen.

   Der Prick-Test

  • Es wird ein Tropfen des fraglichen Allergens auf den Unterarm gegeben. Hiernach wird mit Hilfe einer feinen Nadel das Allergen durch einen kleinen Einstich unter die Hautoberfläche gebracht, um eine allergische Reaktion hervorzurufen.
      
  • Nach 20 Minuten können die Resultate betrachtet werden: Eine Überempfindlichkeit kennzeichnet sich durch eine Schwellung und Rötung der Haut, vergleichbar mit einem juckenden Mückenstich.
      
  • Der Schweregrad der allergischen Reaktion wird anhand einer Kontrollsubstanz ermittelt. Diese Kontrollsubstanz ruft bei allen Menschen eine Reaktion hervor, sodass der Allergologe eine „Referenz“ zur Bestimmung des Schweregrads hat.

Diese Technik ist schnell, schmerzlos, über die Zeit reproduzierbar und wird gut vertragen, sogar bei sehr jungen Kindern. Es ist die meist verwendete Methode.

Bluttest

Sollte der Prick-Test kein klar interpretierbares Ergebnis liefern oder trotz vorhandener Symptome negativ sein, kann der Allergologe einen Bluttest veranlassen. Durch Bestimmung der spezifischen IgE-Antikörper kann dann das fragliche Allergen identifiziert werden.

Unspezifische Provokationstests

Durch das Einatmen von Methacholin kann beim unspezifischen Provokationstest die bronchiale Hyperreaktivität gemessen werden.

Spezifische Provokationstests

Sollten die Ergebnisse der klinischen Test und der Blutuntersuchungen widersprüchlich sein, kann der Allergologe einen spezifischen Provokationstest einleiten, bei dem mit einem bestimmten Allergen die Provokation durchgeführt wird.