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23.11.09

SIT mit der 5-Gräser-Tablette: Evidenzbasiert und alltagstauglich

 

Vor gut einem Jahr wurde Oralair® zur Behandlung der durch Gräserpollen ausgelösten allergischen Rhinitis bei Erwachsenen in Deutschland eingeführt. Seit Beginn dieses Jahres ist die 5-Gräser-Tablette auch zur Therapie von betroffenen Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren zugelassen. Ein guter Anlass, um eine erste Bilanz des innovativen und wirtschaftlichen Therapiekonzepts zu ziehen. Im Rahmen eines Pressegesprächs der Stallergenes GmbH kamen in Frankfurt am Main betroffene Patienten ebenso zu Wort wie erfahrene Allergologen. Ihr Fazit: Die Therapie mit Oralair® ist nicht nur wirksam und sicher, sondern ebenso verträglich und einfach in der Anwendung.

„Die allergische Rhinitis wird immer noch zu häufig bagatellisiert. Die Patienten meinen, sie hätten einen banalen Schnupfen und tragen die Beschwerden teilweise jahrelang mit sich herum, ehe sie begreifen, dass es doch ernster ist als anfänglich gedacht,“ beschreibt Dr. Ulrich Ecke, niedergelassener Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Frankfurt am Main, das Dilemma. Die Folgen sind steigende Prävalenzen sowie Polysensibilisierung und Etagenwechsel hin zum Asthma. Für die Patienten bedeutet dies vor allem eine verminderte Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Doch soweit muss es nicht kommen, denn vielen Betroffenen kann heute schon evidenzbasiert und kausal mit einer Therapie geholfen werden, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.

Alltagstauglich und patientenorientiert
Viele Pollenallergiker haben frustrierende Erfahrungen mit Allergiebehandlungen gemacht, haben Selbstmedikationen oder eine für sie unbefriedigende spezifische Immuntherapie (SIT) ausprobiert, die mit langwierigen und zeitraubenden Arztbesuchen verbunden war. Wie massiv die Einschränkungen der Lebensqualität durch eine Gräserpollenallergie sein können, berichteten 2 Patienten aus der Praxis von Ecke, die beide lange Zeit unter allergischen Symptomen zu leiden hatten. Seit Beginn dieses Jahres erhielten sie eine spezifische Immuntherapie mit Oralair®. Eine Entscheidung, die beide noch einmal treffen würden, denn neben einer deutlichen Besserung ihrer allergischen Symptome begrüßten die Allergiker vor allem auch die einfache, alltagstaugliche Anwendung der 5-Gräser-Tablette.

Ecke hob noch einen weiteren Aspekt hervor: „Die Schwelle zur Durchführung einer Hyposensibilisierung ist durch die Allergentablette deutlich gesenkt worden. Es gibt eine ganze Reihe von Patienten, für die eine Hyposensibilisierung bisher aus organisatorischen Gründen nicht in Frage gekommen ist. Diese Barriere ist mit dem Angebot der einfach anzuwendenden Allergentablette weggefallen.“

Paradigmenwechsel in der Allergologie
„Was muss eine Allergietherapie heute bieten, um den modernen Kriterien der evidenzbasierten Medizin zu genügen?“ Priv.-Doz. Dr. med. Randolf Brehler, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Hauterkrankungen an der Universität Münster, stellte als Antwort auf seine Frage fest: „Dazu brauchen wir einen Paradigmenwechsel in der Allergologie. Wir müssen weg von der allgemeinen Beurteilung von Applikationsrouten – hin zu einer Präparate-spezifischen Betrachtungsweise.“ Eine moderne, sichere und leitliniengerechte Therapie sollte im Idealfall unkompliziert in den Alltag von Patienten integrierbar sein. Entscheidend bleibt jedoch in erster Linie der Nachweis der klinischen Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines Präparats nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. „Diese Kriterien erfüllt die 5-Gräser-Tablette“, konstatierte Brehler und präsentierte die klinischen Daten mehrerer großer Studien mit Oralair®, die eine solide Basis für die Therapieempfehlung bilden.

Große Studien liefern verlässliche Daten
In einer placebokontrollierten, multizentrischen Doppelblindstudie mit insgesamt 628 erwachsenen Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis und/oder allergischem Asthma erhielten die Studienteilnehmer etwa vier Monate vor Beginn bis zum Ende der Pollensaison entweder die 5-Gräser-Tablette in den Dosierungen 100, 300 oder 500 IR pro Tag oder Placebo [1]. Die 1-Jahres-Ergebnisse zeigen: Bei guter Verträglichkeit verbesserte sich in der Verumgruppe der RTSS-Gesamtscore (Rhinoconjunctivitis Total Symptom Score) gegenüber Placebo signifikant um 37%. Sekundäre Prüfkriterien wie Medikamentenverbrauch und Lebensqualität verbesserten sich ebenfalls deutlich, schwere unerwünschte Reaktionen wurden nicht beobachtet.
Bei Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren wurden vergleichbar gute Ergebnisse zur Symptomreduktion (39% gegenüber Placebo) erreicht wie bei den Erwachsenen [2].

Schneller Wirkeintritt
In der Wiener Provokationskammer (VCC – Vienna Challenge Chamber) wurde eine Studie durchgeführt, in der der Wirkeintritt der 5-Gräser-Tablette untersucht wurde [3]. „Besonders beeindruckend ist der schnelle Wirkeintritt, der bereits nach 4 Wochen statistisch signifikant ist,“ hob Brehler hervor. Dieser Effekt hielt bis zum Studienende nach 4 Monaten an. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen das prä-/cosaisonale Behandlungskonzept von Oralair®, das zu einem Schutz des Patienten vor rhinokonjunktivalen Beschwerden direkt zu Beginn der Pollensaison führt.

Relevante Allergengruppen abgedeckt
Brehler ging auch auf die Zusammensetzung der polyvalenten Sublingualtablette ein, denn die geeignete Allergenzusammensetzung ist ein ganz entscheidender Faktor für die Wirksamkeit des Medikaments. „Bei den Gräserpollen sind die Majorallergene der Gruppen 1 und 5 für rund 80 Prozent der Sensibilisierungen verantwortlich, aber 20 Prozent entfallen noch auf die Minorallergene aus den Gruppen 2 bis 4, 6 sowie 7 bis 13. Daher hat man das Präparat als 5-Gräser-Mischung angelegt, um auch das Spektrum an Minorallergenen optimal abzudecken.“ Dabei vereint die 5-Gräser-Tablette alle Vorteile eines Fertigarzneimittels, insbesondere gleichbleibend hohe Qualität, Zulassungssiegel, Chargenprüfung und kurze Lieferzeiten.

Wirtschaftliche Verordnungsweise
Das SGB V sieht vor, dass jeder Patient Anspruch auf eine zweckmäßige, ausreichende und notwendige Therapie hat. Dabei sollten Präparate zur spezifischen Immuntherapie, genau wie andere Arzneimittel auch, nicht nur wirksam, sondern auch aus pharmaökonomischer Sicht wirtschaftlich sein. Auch dieses Kriterium erfüllt eine Therapie mit Oralair®. Aufgrund der bereits in der ersten Saison eintretenden Symptomreduktion und die daraus resultierende verminderte Einnahme an symptomatischen Medikamenten, können Kosten gespart werden. Darüber hinaus wird durch die Bereitstellung geeigneter Packungsgrößen ein individuelles Eingehen auf die Länge der Pollensaison ermöglicht. Dadurch werden zusätzlich Kosten gespart. Die Jahrestherapiekosten belaufen sich auf 700 EUR und liegen somit im durchschnittlichen Bereich einer SIT.

Literatur
[1] Didier A et al. Optimal Dose, Efficacy, and Safety of Once-Daily Sublingual Immunotherapy with a 5-Grass Pollen Tablet for Seasonal Allergic Rhinitis. J Allergy Clin Immunol 2007;120:1338-1345.
[2] Wahn U et al. Efficacy and safety of 5-grass-pollen sublingual immunotherapy tablets in pediatric allergic rhinoconjunctivitis. J Allergy Clin Immunol 2009; 123(1):160-166.
[3] Horak F, et al. Early onset of action of a 5-grass-pollen 300-IR sublingual immunotherapy tablet evaluated in an allergen challenge chamber. J Allergy Clin Immunol 2009;124:471-7.